Bild: © Darius Soschinski

Hohe Stromkosten verteuern die Produkte

Die Buntmetallgießerei Dillenberg ist seit über einem Jahrhundert ein solider Arbeitgeber in Düsseldorf. Mit flexibler Anpassung der Produktpalette ist es den Gießern vom Rhein immer wieder gelungen, das Fortbestehen zu sichern und die Belegschaft zu halten. Doch die hohen Stromkosten bedrohen die Existenz und machen die Absurdität der starren 14-Prozent Grenze für die Begrenzung der EEG-Umlage deutlich.

 

Detlev Grüne, Gießereileiter Alexej Kremer und Kathrin Grüne (v.l.n.r.): der Mensch steht bei Dillenberg im Mittelpunkt.

Bild: © Darius Soschinski

Dillenberg ist die einzige Industriegießerei in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Das Unternehmen blickt mit seinen aktuell 105 Mitarbeitern auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Die Produkte der Handform-, Schleuder- und Stranggießerei bestehen aus Kupfer, Zink, Aluminium, Nickel, Zinn und vielen weiteren metallischen Elementen. In der Gießerei im Düsseldorfer Stadtteil Eller entstehen unter anderem Gelenksteine für Stahlwerke oder Schneckenräder für Rolltreppen und Aufzüge. Mit Bohr- und Fräsmaschinen werden in der angeschlossenen mechanischen Bearbeitung einbaufertige Bauteile gefertigt.

 

Über die vielen Jahre ihrer Existenz hinweg hat die Gießereileitung die Produktpalette immer wieder an die Anforderungen der Neuzeit angepasst. Im Energiebereich etwa wurden Gussprodukte für Kohleförderbänder, die heute nicht mehr nachgefragt werden, durch Gleitelemente für Windradgetriebe, zuständig für die Kraftübertragung bei Windrädern, abgelöst. Auch Kupferguss für E-Motoren wird gefertigt. Flexibilität wurde in dem Betrieb schon seit jeher großgeschrieben. Ebenso wichtig sind Umwelt- und Anwohnerschutz: Eine Entstaubungsanlage mit einer Absaugleistung von 120 000 m3 pro Stunde ist im Einsatz. Das entspricht dem Ladevolumen eines Öltankers. Laute Motoren sind eingehaust, die Staplerflotte wird über kurz oder lang auf Elektro umgestellt.

 

Die Existenz der Beschäftigten hängt zum Teil schon seit mehreren Generationen am Fortbestehen der Buntmetallgießerei. Wie in vielen mittelständischen Gießereien ist der Lohnkostenanteil im Unternehmen sehr hoch. Das geht für die Düsseldorfer Gießer in Ordnung, denn sie sehen ihre Belegschaft als Kapital ihres Erfolgs. „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, heißt es deshalb oft im Gespräch. Nichtsdestotrotz belasten die hohen Stromkosten das Ergebnis und drücken auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovations- und Investitionsfähigkeit. Doch je höher die Aufwendungen für „Manpower“, desto geringer ist der Anteil der Stromkosten in der Gesamtbilanz.

 

Zum Nachteil des Unternehmens, das den starren prozentualen Anteil der Stromkosten von 14 Prozent der Gesamtkosten unterschreitet und damit für eine Begrenzung der EEG-Umlage laut Gesetz nicht in Frage kommt. „Die Belastung durch die Energiekosten ist für mittelständische Gießerei wie uns fast existenzbedrohend“, weiß Dillenberg-Geschäftsführerin Kathrin Grüne. „Das sind Kosten, die unsere Produkte tragen müssen“, ergänzt Vater Detlev Grüne. Politische Unterstützung für den familiär geprägten Mittelstand vermissen die Familienunternehmer. Wenn die deutsche Politik den industriellen Mittelstand nicht unterstützt, kann der Hochkostenstandort Deutschland nicht gehalten werden, sind die Düsseldorfer Gießer überzeugt.

 

Es gilt, verantwortungsvolle mittelständische Arbeitgeber zu unterstützen, statt sie unverhältnismäßig hohen Stromkostenbelastungen auszusetzen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.

Teilen Sie diesen Artikel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin